Bitcoin: Warum der Stromverbrauch relativ unwichtig ist

Grundprinzipien

Man hört es ständig. Einer der häufigsten Kritikpunkte an Bitcoin ist der Stromverbrauch, der bei dem Prozess des Minings, einem integralen Teil von Bitcoin, entsteht.

Das Mining hat diverse Funktionen im Bitcoin-Netzwerk, allen voran die folgenden drei:

  1. Mining sichert das Netzwerk. Je mehr Rechenpower durch Mining im System ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass irgendeine außenstehende Institution wie ein Staat oder eine Bank das Bitcoin-Netzwerk zerstören kann.
  2. Mining erzeugt neue Bitcoins. Deshalb versuchen die Miner sich gegenseitig ständig mit mehr Rechenleistung zu übertrumpfen, um die höchste Wahrscheinlichkeit zu haben, Bitcoins zu erzeugen.
  3. Mining bestätigt die Transaktionen. Es sorgt also dafür, dass das gesamte Netzwerk überhaupt funktionsfähig ist.

Miner haben einen Anreiz viel Rechenpower zu haben, um Bitcoins herzustellen, und viel Rechenpower sichert gleichzeitig das Netzwerk gegen Angriffe. Um diese Rechenpower zu erzeugen, wird aber selbstverständlich Strom verbraucht. Und hier kommen wir zu dem Kritikpunkt, wo viele Medien Schätzungen aufstellen, im Sinne von: „Bitcoin verbraucht so viel Strom wie das ganze Land X!“.

 

Ich finde, diese Aussagen sind irreführend und ziemlich unbedeutend, und ich erkläre auch warum.

Bevor wir aber damit anfangen, müssen wir 2 Sachen über Stromherstellung verstehen:

1. Strom ist sehr schwer zu transportieren. Es ist immer sinnvoller, wenn man Strom dort zu verbraucht, wo es produziert wird. Es ist zwar möglich, Strom über Leitungen weit zu transportieren, aber es wird immer aufwendiger, je weiter man es transportieren will.

Gerade in Deutschland ist das z.B. ein Problem. Man kann in Norddeutschland viel Strom durch Windenergie gewinnen, weil das Land sehr flach ist. Gerade an der Nord- und Ostsee kann man Windkraftanlagen sogar im Meer bauen, wo dem Wind nichts mehr im Weg steht. Man kann ebenso die Gezeiten nutzen, um Strom zu erzeugen, und vieles mehr. Aber das Problem ist: Wie bekommt man den Strom von Norddeutschland z.B. nach München? Die Antwort ist: Das ist überhaupt keine einfache Sache. Es ist also immer einfacher Strom dort zu nutzen, wo es produziert wird. Behalten wir dieses Prinzip kurz im Hinterkopf.

2. Strom ist sehr schwer zu speichern. Es ist immer einfacher, Strom dann zu nutzen, wann es produziert wird, anstatt später. Natürlich gibt es auch hier Möglichkeiten. Man kann z.B. ein Kraftwerk an einem Hügel bauen, wo ein See oben und unten auf dem Hügel ist. Wenn zu viel Strom im Netzwerk ist, kann man Wasser nach oben pumpen. Wenn zu wenig Strom im Netzwerk ist, lässt man das Wasser wieder durch Turbinen runterfließen, wodurch Strom erzeugt wird. Alles das ist also möglich, aber es macht es komplizierter.

Der Punkt ist: Es ist am einfachsten, wenn man Strom dort verbraucht, wo es produziert wird, und dann, wann es produziert wird.

 

Die Suche nach den optimalen Mining-Bedingungen

Da Bitcoin ein dezentrales, internationales Netzwerk ist, kann das Mining überall auf der Welt stattfinden. Solange man Strom und eine Verbindung zum Internet hat, kann man loslegen.

Das führt dazu, dass Mining sich dort angesiedelt hat, wo die Strompreise am niedrigsten sind, weil das Mining dort am profitabelsten ist. Und Strompreise sind typischerweise aus zwei Gründen preiswert: Weil Strom dort gering bis gar nicht besteuert wird und weil es in der jeweiligen Region ein Überangebot an Strom gibt, was dazu führt, dass der Preis sehr gering bis manchmal sogar praktisch kostenlos ist. Deutschland wäre z.B. ein außerordentlich schlechter Standpunkt für Mining, weil Strom hier extrem besteuert wird. Über 50% des Strompreises setzen sich allein aus Steuern und Abgaben zusammen, die die Produzenten bezahlen müssen, die die Kosten natürlich an die Verbraucher weitergeben.

In der Bitcoin-Community ist mittlerweile aber bekannt, dass Mining hauptsächlich in China und dort wiederum hauptsächlich in bestimmten Regionen stattfindet. Warum? Weil Strom dort super preiswert ist. Und warum? Weil Strom dort im Überangebot vorhanden ist, besonders wenn man sich direkt neben einem Kraftwerk befindet.

Eines des gigantischsten Bauwerke des Planeten ist die Drei-Schluchten-Talsperre in China. Das ist ein riesiges Wasserkraftwerk, das durch unzählige Turbinen enorme Mengen an Strom an dem durchlaufenden Wasser produziert.

Und jetzt sind wir wieder bei dem Punkt: Es ist schwer Strom zu transportieren und zu speichern. Wenn man also direkt in der Region um dem Staudamm wohnt, dann hat man Zugriff auf sehr preiswerte Energie. Oft wird sogar so viel Strom produziert, dass man es praktisch kostenlos bekommt, weil es – wie gesagt – schwer zu speichern ist

Häufig ist es sogar so, dass die Betreiber der Kraftwerke selber in Bitcoin-Mining investieren, um den Strom nutzen zu können, wenn mehr produziert als verbraucht wird. Es ist also kein Wunder, dass sich genau an solchen Orten maßgeblich Teile der Bitcoin-Miner niedergelassen haben.

Wenn wir an Stromverbrauch denken, dann denken wir an Kohlekraftwerke, die die ganze Gegend vollqualmen, aber Kohle kann nicht mithalten mit praktisch kostenloser Energie auf Grund von natürlichen Gegebenheiten, ergo wird Kohle im Verhältnis zu natürlichen Gegebenheiten, wo extrem viel Strom produziert wird, wenig genutzt werden, weil es nicht so profitabel ist.

Ein anderes Beispiel für eine Region, die auf Grund von natürlichen Gegebenheiten Unmengen an Strom produzieren kann, sind die Niagarafälle in Nordamerika. Auch dort siedeln sich immer mehr Miner an, weil man die gigantischen Wassermassen, die dort jede Sekunde runterfließen, nutzen kann, um Strom zu produzieren, wodurch Strom in der Region sehr preiswert ist. Und der Strom ist zudem völlig umweltfreundlich, weil man einfach Wasser nutzt, dass dort ganz natürlich langfließt.

Miner werden sich also immer an solchen Orten niederlassen. Das ist keine stumpfe Theorie, sondern faktische Praxis. Und warum sollte es mich stören, wenn Miner dort Strom nutzen, wo es sowieso im Überangebot vorhanden ist, um damit das Bitcoin-Netzwerk aufrechtzuerhalten.

 

Mit was vergleichen wir die Stromnutzung von Bitcoin?

Wir müssen uns auch immer vor Augen halten, mit was wir das vergleichen. Man kann sich den ganzen Tag darüber aufregen, wie viel Strom Bitcoin nutzt, aber die Frage ist: „Verglichen zu was?!“

Was meinst Du, wie viel Strom das gesamte Visa-System verbraucht? Was meinst Du, wie viel Strom allein PayPal verbraucht, damit Du Rund-um-die-Uhr ihren Service nutzen kannst? Was meinst Du, wie viele Ressourcen das gesamte Finanz- und Bankensystem global verschluckt?

Um allein die Möglichkeit zu haben, in einem Laden mit Karte bezahlen zu können, müssen nicht nur gigantische Serverfarmen aufrecht erhalten werden, sondern jeder Laden muss an jeder Kasse für die gesamten Öffnungszeiten jeden Tag EC-Geräte laufen haben, die mit diversen Servern verbunden sind, die die Signale zu den Servern der EC-Geräte-Betreibern schicken, die wiederum mit dem Bankensystem verbunden sind und so weiter.

Bevor wir Bitcoin vorwerfen, dass es zu viel Strom nutzt, sollten wir fairerweise auch hervorheben, wie viel Strom das gesamte traditionelle Bankensystem verbraucht oder wie viel Strom genutzt wird, einfach um die Bequemlichkeit zu haben, mit einer EC- oder Kreditkarte bezahlen zu können; oder um Rund-um-die-Uhr Online-Banking zu haben und so weiter und so fort. Aber als Kunde merkt man natürlich nicht, wenn man z.B. mit Karte bezahlt, wie gigantisch die Infrastruktur dahinter ist, die diese Zahlung innerhalb von Sekunden verarbeitet und bestätigt.

Und im Gegensatz zu Bitcoin hat das traditionelle Bankensystem nicht so einfach die Möglichkeit, sich international frei zu verteilen. Visa wird z.B. keine Serverfarm neben einem Staudamm in China haben, wo Strom per Wasserkraft erzeugt wird, um Zahlungen in Deutschland zu bearbeiten, sondern Visa wird die Serverfarm dafür wahrscheinlich eher in Europa haben, wo der Strom wahrscheinlich aus einem Kohlekraftwerk kommt oder mit Atomkraft produziert wird, wo Müll anfällt, der für Jahrtausende radioaktiv strahlen wird.

Also nein, ich mache mir keine Gedanken über den Stromverbrauch von Bitcoin, weil der Strom hauptsächlich nur dort genutzt wird, wo es sowieso durch natürliche Gegebenheiten im Überfluss vorhanden ist.

Und es mir die Nutzung an Strom echt wert ist, ein sicheres, dezentrales, internationales, zensursicheres, unmanipulierbares Geldsystem zu haben, das eine Alternativen zum traditionellen Bankensystem bildet, wo der Staat jederzeit auf jedes Konto zugreifen, es einfrieren und pfänden kann, wo man super einfach überwacht werden kann, unendlich einfacher als selbst bei einer öffentlichen Blockchain, wo man diverse Maßnahmen treffen kann, um die eigene Privatsphäre zu erhöhen, und so weiter.

Allein um kurz bei der Privatsphäre zu bleiben: Viele kritisieren an Bitcoin, dass die Privatsphäre nur sehr schwach ist. Nun, dass könnte sich durch diverse technische Änderungen in Zukunft verbessern, aber selbst zum jetzigen Zeitpunkt ist die Privatsphäre von Bitcoin erheblich besser als beim traditionellen Bankensystem. Man kann sich immer wieder neue Bitcoin-Wallets machen. Man kann unendlich neue Adressen generieren, um jede einzelne immer nur ein Mal zu verwenden. Man kann seine Transaktionen mit anderen vermischen. Jede Institution, die andere überwachen will, muss sich dann von Transaktion zu Transaktion hangeln, um so zu versuchen, anhand der Daten in der Blockchain nachzuvollziehen, wem was gehört, was nicht ganz einfach ist, wenn man schlau gehandelt hat.

Beim traditionellen Bankensystem reicht hingegen einfach eine Anfrage von z.B. dem Finanzamt aus und man hat alle Daten (den Namen, Anschrift etc.) des Inhabers und kann ohne jegliche Verschlüsselung genau sehen, von wem die Person Geld erhalten und wo hat diese Person ihr Geld ausgegeben hat. Was ist also unendlich einfacher zu überwachen?

Anderes Thema: Ihr könnt euch sicher auch noch an den sogenannten „Bail-In“ oder den „Haircut“ in Zypern 2013 erinnern, wo eine Bank in Zahlungsnot kam und das Folgendes passiert ist: Die Bank wurde geschlossen und die Bankautomaten wurden so eingestellt, dass man nur maximal 100€ pro Tag abheben kann. Gleichzeitig wurden große Überweisungen abgelehnt. Die Menschen sind also größtenteils nicht mehr an ihr eigenes Geld gekommen. Und dann hat der Staat den Banken das Okay gegeben, um einen bestimmten Prozentsatz aus den Konten der Kunden zu nehmen, die keinen Zugriff mehr auf ihr eigenes Geld hatten, womit die Banken ihre Schulden bezahlen konnten. Die Menschen wurden also buchstäblich legal bestohlen.

Man stelle sich mal vor, man erfährt morgen in den Nachrichten, dass die eigene Hausbank in Schieflage geraten ist und deshalb Zwangsurlaub macht. Man kommt nicht an sein Geld und kannst praktisch keine Überweisungen tätigen. Und dann beschließen irgendwelche korrupten Politiker mit der Bank, dass die Bank 40% des Geldes einfach aus den Konten nehmen kann, weil die sich verzockt haben. 40% von z.B. den eigenen Lebensersparnissen einfach weg. Was würdest Du davon halten?!

Allein, um dagegen geschützt zu sein; allein, um eine Wertanlage zu haben, die nicht enteignet werden kann, weil niemand außer mir weiß, wo mein Private Key ist, nehme ich die Stromnutzung von Bitcoin sehr gerne in Kauf.


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