Das Beste an Bitcoin ist, dass es nicht demokratisch ist!

Das Beste an Bitcoin ist, dass er uns allen klipp und klar vor Augen führt, was alles ohne den Staat funktioniert.

Viele Menschen denken zum Beispiel, dass es einen Staat und eine Zentralbank braucht, um ein funktionsfähiges Geldsystem zu haben. Natürlich widerlegt die Geschichte diesen Mythos, weil für hunderte Jahre private Währungen – typischerweise vor allem Gold und Silber – der Standard waren, und erst im 20. Jahrhundert wurden sie nach und nach abgeschafft und durch staatliches Papiergeld ersetzt. Und zwar nicht, weil Gold und Silber als Währungen nicht funktioniert hätten, sondern weil sie die Eigenschaft hatten, dass man sie – im Gegensatz zu Papierscheinen – nicht einfach unbegrenzt neu drucken konnte.

Viele Staaten hatten den Goldstandard deshalb im Laufe des Ersten Weltkrieges abgeschafft, um die unglaublichen Kosten des Krieges stemmen zu können und haben einfach alles notwendige Geld gedruckt, was die Inflationsraten nach oben schießen ließ. Der Goldstandard wurde also gerade deshalb abgeschafft, weil er für den Staat zu wenig manipulierbar war, und der Staat alles Geld über Steuern hätte einnehmen müssen, was den Menschen wiederum deutlich gemacht hätte, wie extrem teuer das sinnlose Blutvergießen ist. Der Druck der Menschen auf ihre Regierungen, den Krieg schnellstmöglich zu beenden, wäre viel höher gewesen, wenn man die Kosten offen gesehen und nicht durch das Drucken von Geld verschleiert hätte.

Die letzten Verknüpfungen von Papiergeld und Gold wurden dann schlussendlich in den 1970er Jahren in den USA gekappt, das heißt, wir leben gerade mal seit knapp 50 Jahren in einem vollständig ungedeckten Papiergeldsystem. Doch selbst dieser historisch recht kurze Zeitraum reicht aus, um die Menschen vergessen zu lassen, dass der Staat für den überragenden Teil der Menschheitsgeschichte das Geldsystem nicht kontrollierte und deshalb nicht einfach permanent neues Geld drucken und damit das Geld der Menschen entwerten konnte.

Das Aufkommen des Bitcoins lässt hoffen, dass die Kontrolle über das Geld jedoch wieder an die Menschen zurückgeht und das Geld durch Staaten und Zentralbanken nicht mehr manipuliert werden kann.

Ein weiterer Mythos, den Bitcoin praktisch zerstört, ist die Idee, dass es Regierungen braucht, um Regeln zu haben. Bitcoin hat keinen Herrscher. Es gibt niemand, dem das ganze Bitcoin-Ökosystem gehört und der alles nach eigenem Willen verändern kann. Es gibt niemanden, der demokratisch gewählt wird und Entscheidungen für alle trifft. Niemand kann sagen: „So machen wir das jetzt, und ihr müsst euch jetzt alle daran halten“. Keine einzelne Person und keine Institution hat die alleinige Kontrolle über Bitcoin!

Es gibt keine Regierung, aber trotzdem gibt es Regeln. Es ist zum Beispiel genau definiert, wie man neue Bitcoins erzeugen kann, wie viele Bitcoins insgesamt jemals entstehen können, wie Transaktionen aussehen müssen, damit sie legitim sind und vieles mehr.

Bitcoin hat Regeln, aber keine Herrscher. Bitcoin ist „Anarchie“ im Sinne von „keine Herrscher“, aber nicht „Anarchie“ im Sinne von „Chaos“. Ganz im Gegenteil. Der Aufbau von Bitcoin sorgt stets dafür, dass die Regeln der Währung immer und ausnahmslos zu 100 Prozent eingehalten werden und jeglicher Regelbruch sofort vom Netzwerk abgelehnt wird. Das ist das exakte Gegenteil von „Chaos“ und der Inbegriff von „Ordnung“. Bitcoin beweist, dass man keine Institution wie einen Staat braucht, um sinnvolle Regeln zu haben und diese auch durchzusetzen.

Und hier kommen wir zu der unglaublich wichtigen Idee von Konsensregeln, einem Hauptbestandteil von Bitcoin. Theoretisch könnte jeder die Blockchain aufspalten und seine eigene Kryptowährung mit eigenen Regeln veröffentlichen. Das Problem wäre nur, dass man andere Menschen überzeugen müsste, die neuen Regeln anzuerkennen und die neue Währung zu nutzen.

Hier kommt aber wiederum folgendes Prinzip zum Tragen, das besagt, dass der Wert einer Währung davon abhängt, wie viele andere Menschen diese Währung nutzen und haben wollen. Eine Währung, die nur eine Person nutzt, wäre also praktisch wertlos. Man hat daher stets einen hohen Anreiz, die gleichen Konsensregeln wie viele andere Menschen zu nutzen. Es ist trotzdem keine Demokratie. Man muss sich nicht nach der Mehrheit richten. Man kann sich auch mit 5 Prozent der Gemeinschaft  abspalten. Den Unterschied zwischen dem Konsenssystem von Bitcoin und Demokratie möchte ich nun hervorheben.

In einer Demokratie hat die Mehrheit die Möglichkeit, ihren Willen der Minderheit aufzuzwingen. Wenn also zum Beispiel die Mehrheit höhere Steuern fordert, dann muss sich die Minderheit auch daranhalten, auch wenn sie diese Steuern ablehnt.

Ein anderes Beispiel sind die Rundfunkgebühren, über die erst vor Kurzem in der Schweiz abgestimmt wurde. Die Mehrheit hat dafür gestimmt, die Rundfunkgebühren zu behalten, also hat die Minderheit Pech gehabt und muss Wohl oder Übel dafür bezahlen, weil die Mehrheit ihr ihren Willen aufzwingt.

Konsensregeln sind anders. Bei Bitcoin kann die Mehrheit der Minderheit nicht ihren Willen aufzwingen. Ganz im Gegenteil: Wenn es in der Community eine Meinungsverschiedenheit gibt, dann können sich verschiedene Teile abspalten und ihre eigene Kryptowährung erzeugen, indem sie andere Konsensregeln vereinbaren. Oder kurz: Jede Community kann eine eigene Währung haben, die nach eigenen Regeln funktioniert.

Genau dieses Abspalten haben wir bereits sehr häufig in der Bitcoingeschichte gesehen, als manche Menschen dachten, sie könnten etwas besser machen, und deswegen haben sie sich abgekapselt und alleine nach ihren Regeln weitergemacht. Es ist im Prinzip wie ein Sezessionsrecht in einem Staat, wo sich eine Region abspaltet, um nach eigenen Vorstellungen und Regeln zu leben.

Laut der Webseite forkdrop.io ist es mittlerweile schon fast 70 Mal passiert, dass sich verschiedenste Gruppen vom originalen Bitcoinsystem abgespaltet haben.

Wenn man aus einer Währung mehrere Währungen erzeugt, die alle nach eigenen Regeln funktionieren, dann erhält man einen freien Markt und Wettbewerb und kann herausfinden, welche Währung den größten Nutzen hat und deshalb von den meisten Menschen genutzt wird. Alles ist freiwillig, weil niemand gezwungen wird, eine bestimmte Währung zu nutzen.

Im Prinzip verhält es sich so wie in einem Verein, indem sich die Mitglieder auf gewisse Konsensregeln geeinigt haben. Wenn die Regeln jetzt geändert werden, dann hat man mehrere Möglichkeiten. Zwei davon sind: Man akzeptiert die neuen Regeln oder man tritt aus und gründet seinen eigenen Verein mit eigenen Regeln und hofft darauf, dass viele mitkommen.

Wichtig ist, dass dies explizit anti-demokratisch ist, weil die Mehrheit der Minderheit ihren Willen nicht aufzwingen kann. Ganz im Gegenteil: Indem jede beliebige Minderheit sich jederzeit abspalten kann, kann sich jede Minderheit gegen die Mehrheit durchsetzen, was genau dem Mehrheitsprinzip der Demokratie entgegensteht. Die Konsensregeln sind in ihrem Wesen per Definition individualistisch, weil jedes Individuum alleine für sich entscheidet, welche Währung mit welchem Konsens man nutzen möchte, während Demokratie grundlegend kollektivistisch ist.

Und das ist das Geniale am Bitcoin. Denn schlussendlich sorgt das Konsensprinzip dafür, dass Konflikte minimiert werden, weil jeder die Währung mit den Regeln nutzen kann, die er am sinnvollsten findet. Wenn man glaubt, man könnte ein sinnvolleres Regelsystem festlegen, dann kann man sich abspalten und schauen, wie viele Menschen mitkommen. Niemand wird gezwungen, irgendeine Währung mit ihren Regeln zu akzeptieren.

Im starken Kontrast dazu erzeugt Demokratie jede Menge Konflikte. Im gerade erwähnten Beispiel der Abstimmung in der Schweiz über die Rundfunkgebühren wird die Minderheit gezwungen, gegen ihren Willen die Rundfunkgebühren zu bezahlen, auch wenn sie diese gerne abschaffen würde. Das Konfliktpotential steigt also, weil die Mehrheit der Minderheit ihren Willen aufzwingt. Und die Minderheit hat nicht das Recht zu sagen, sie will das nicht.

Nach dem Konsensprinzip wäre die Abstimmung folgendermaßen gelaufen: Die Mehrheit hätte für die Rundfunkgebühren gestimmt. Die Minderheit hätte dagegen gestimmt und sich daraufhin abgespalten und die Rundfunkgebühren abgeschafft. Die Mehrheit, die die Rundfunkgebühren wollte, hätte diese dann bezahlt, und die Minderheit, die dagegen war, nicht. Jeder hätte seinen Willen bekommen und nach eigenen Vorstellungen gelebt und das Konfliktpotential wäre sofort minimiert. Aber das wäre explizit anti-demokratisch, weil die Minderheit die Mehrheitsentscheidung abgelehnt und stattdessen ihr eigenes Ding gemacht hätten.

Deswegen ergibt es auch keinen Sinn, wenn Manche sagen: „Bitcoin demokratisiert das Geldsystem“. Bitcoin demokratisiert überhaupt nichts. Demokratie ist eine Staatsform und Bitcoin ist explizit anti-staatlich, indem es die staatliche Kontrolle über das Geldsystem abschafft. Bitcoin ist also grundlegend anti-demokratisch und das macht Bitcoin so attraktiv!

Bitcoin basiert auf freiwilligen, friedlichen Konsensregeln und nicht auf aufgezwungener Demokratie und Mehrheitsherrschaft. Bitcoin ist Freiheit in der Praxis: Regeln, aber keine Herrscher. Ein Verständigen auf gemeinsame Rahmenbedingungen, aber keine Demokratie. Geld, aber keinen Staat. Herrschaftslosigkeit und Anarchismus, aber kein Chaos.


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