Erdogan wird nach Volksabstimmung zum Diktator der Türkei

Die Ergebnisse der Volksabstimmung der Türkei sind da. Angeblich hat das Volk gestern mit leichter Mehrheit dafür gestimmt, die Verfassung so zu ändern, dass Präsident Erdogan erheblich mehr Macht bekommt, per Dekret regieren, den Ausnahmezustand festlegen und auch das Parlament nach Belieben auflösen sowie Minister entlassen kann. Ob es zu Wahlbetrug kam, werden wir wohl nie wissen, weil Erdogan jeden verhaften und zum Schweigen bringen könnte, der sich damit an die Öffentlichkeit wenden würde. Die Gewaltenteilung ist durch die Abstimmung de facto abgeschafft, weil Erdogan ab jetzt die Exekutive und Legislative kontrolliert und auch auf die Judikative erheblichen Einfluss nehmen kann. Er kann die Gesetze machen, ihre Durchführung kontrollieren und jeden bekämpfen, der sich ihm in den Weg stellt, ergo ist er ein Diktator.

Die Demokratie wurde durch eine Volksabstimmung genutzt, um die Demokratie selber abzuschaffen, genau wie damals Hitler demokratisch an die Macht gewählt wurde, um dann durch ein paar tragisch Zufälle wie den Tod Hindenburgs in die Position zu kommen, Demokratie abzuschaffen. Demokratie bringt ständig Leute an die Macht, die ihre Macht nutzen, um Freiheit zu zerstören. Das sehen wir auch in abgeschwächter Form in Deutschland, wo Menschen wie Zensurminister Heiko Maas ihr Macht nutzen, um kritische und kontroverse Meinungen, die man kurzerhand als „Hetze“ darstellt, zensieren zu können. Aber sprecht alle nach mir: „Eine Zensur findet nicht statt“. Im meinungsfreien Deutschland darfst du alle Meinungen sagen. Es darf sich halt nur niemand angegriffen fühlen.

Wie sagte Edward Snowden so schön? „Dir liegt nichts am Schutz der Privatsphäre, weil du nichts zu verstecken hast? Dann liegt dir wohl auch nichts am Schutz der Meinungsfreiheit, weil du nichts zu sagen hast“.

Jede Meinung, die Relevanz hat, ist kontrovers und für manche Menschen angreifend. Die einzigen Meinungen, die nicht kontrovers sind, sind Meinungen, denen sowieso schon jeder zustimmt. Man hat Meinungsfreiheit nicht, damit wir uns alle toll fühlen können, indem wir alle hervorheben, dass wir gegen Sklaverei sind. Man hat Meinungsfreiheit auch nicht, um über irrelevanten Themen wie das Wetter zu sprechen. Man hat Meinungsfreiheit, um kontroverse Themen anzusprechen und andere Menschen aus ihrer Komfortzone zu schleudern.

Aber zurück zum Thema Erdogan. Der Ausgang der Abstimmung ist in letzter Konsequenz selbstgewähltes Elend. Selbstgewähltes Elend und ein Volk, das bereit ist, sich Erdogan vollends zu unterwerfen wie ein guttranierter Hund, der sich auf Kommando gänzlich ungeschützt auf den Rücken legt und sich somit selber völlig wehrlos ausliefert.

Die Folgen der Machtergreifung der letzten Monate, die in dieser sogenannten Volksabstimmung gipfelt, sind in der Wirtschaft bereits zu spüren. Der Tourismus ist eingebrochen, die Währung „Lira“ verliert rapide an Wert. Die Inflation beträgt satte 11 und die Arbeitslosenquote 13 Prozent. Selbstgewähltes Elend und Unterwürfigkeit. Die Menschen werden schnell merken, dass jede Tyrannei nicht nur Freiheit, sondern immer auch Wohlstand zerstört.

Die intelligentesten, freiheitsliebendsten Türken haben mit Sicherheit längst das Land verlassen oder wurden festgenommen und hocken irgendwo im Kerker, ohne Aussicht auf einen legitimen Gerichtsprozess, bei dem ihnen irgendeine substanzielle Sache vorgeworfen wird. Übrig bleiben also nur die, denen Freiheit nichts wert ist oder die überhaupt nicht in der Lage sind, die Wichtigkeit von Freiheit zu verstehen, ergo kann man nur erwarten, dass es ab jetzt nur noch schlimmer in der Türkei wird.

Die Menschheit wird immer und immer und immer wieder in dem scheinbar nie endenden Zyklus zwischen Freiheit und Tyrannei hängen bleiben, solange wie die Menschen an Herrschaft glauben: an die Idee, dass manche Menschen über andere Menschen herrschen dürfen. Solange Menschen nach Herrschaft schreien und immer neuen Politikern und Parteien Macht über ihr Leben geben, werden sie konstant um ihre Freiheit bangen müssen. In einem Herrschaftssystem haben die Menschen nur so viel Freiheit, wie ihnen die Regierung erlaubt zu haben.

Ich möchte einen kleinen Teil eines Buches, das ich gerade schreibe und das irgendwann mal rauskommt, wenn ich die Zeit finde es zu vollenden, vorlesen:

„Das Konzept von Freiheit muss zwangsläufig mit dem Konzept von Herrschaftslosigkeit, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung zusammenhängen, denn eine Person kann nicht frei sein, wenn sie beherrscht ist. Wenn man einen Herrscher hat, dann ist man immer nur so frei, wie einem der Herrscher erlaubt zu sein. Als beherrschte Person hat keine vollständige Freiheit, sondern lediglich Erlaubnisse, die einem der Herrscher zuspricht. Das haben wir beispielsweise während der Sklaverei gesehen, wo ein Sklave nur so viel Freiheit hatte, wie der Sklavenhalter ihm erlaubte zu haben, aber das sehen wir genauso in einem Staatssystem. Ein Staat ist ein Herrschaftskonstrukt. Als Bürger in einem Staatssystem hat man immer nur so viel Freiheit, wie einem die Politiker erlauben zu haben. Wenn die Politiker eine bestimmte Tat verbieten, beispielsweise das Bauen auf dem eigenen Grundstück ohne Genehmigung, das Konsumieren von verboten Pflanzen („Drogenverbote“), das Eröffnen eines Ladens ohne Gewerbeschein, das Anbietens einer Taxidienstleistung ohne Lizenz, das Behalten der Früchte seiner Arbeit („Steuerhinterziehung“), das Aussprechen von Gedanken, die als „Hetze“ definiert sind, das Arbeiten für einen Mitmenschen ohne es beim Staat anzumelden („Schwarzarbeit“) und vieles mehr, dann hat man diese Freiheit nicht mehr. In einem Staat darf man nur das machen, was nicht willkürlich von Politikern verboten wurde. Man hat nur die Freiheit, die einem erlaubt wird zu haben. So ist das in jedem Herrschaftssystem.

Wenn man für Freiheit ist, muss man in letzter Konsequenz gegen Herrschaft sein. Wenn man frei sein will, kann man nicht beherrscht sein. Freiheit und Herrschaft schließen einander aus.“

Was man gerade in der Türkei sieht, ist eine Machtergreifung, d.h. eine Konzentrierung von Macht in der herrschenden Regierung von Erdogan. Wir sehen die logische Folge von Herrschaftsglauben, nämlich ein Herrscher, der seine Macht über die Menschen ausbaut. Macht greift immer nach mehr Macht und Macht korrumpiert schlussendlich jeden Menschen. Es ist immer und immer dasselbe seit tausenden Jahren Menschheitsgeschichte; seit Menschen das erste Mal in komplexeren Gesellschaft gelebt haben; seit dem ersten Mal, als ein Mensch einen anderen Menschen unterworfen hat und dieser es stillschweigend akzeptierte. Die Türkei könnte sofort eine freie, wohlhabende Gesellschaft sein, wenn die Menschen das Rückgrat bilden würden, um zu verlangen, sich selbst zu verwalten und in Freiheit zu leben, aber scheinbar sind die Türken, die sich selber sicher als starkes Volk sehen, noch unterwürfiger als selbst die Deutschen. Und das ist echt eine Leistung, wenn man beachtet, wie schnell Deutsche bereit sind, bei jeder Kleinigkeit ihre Freiheit zu opfern und der Politikerklasse mehr Macht über ihr Leben zu geben.

Zu dem Punkt möchte ich euch zum Ende noch ein Teil aus meinem bereits veröffentlichten Buch „Die größte Täuschung der Menschheitsgeschichte“ vorlesen:

„Der Glaube an Herrschaft ist nur in den Köpfen der Menschen. Allein dort kann er bekämpft werden. Herrschaft gibt es nur so lange, wie Menschen daran glauben, dass Herrschaft legitim ist. Man muss nicht die Herrscher bekämpfen, sondern man muss den Glauben an Herrschaft bekämpfen. Wenn dieser Glaube verschwindet, dann verschwindet Herrschaft von ganz allein. Wenn niemand an die „Legitimität“ der Herrschaft glaubt und deshalb niemand den Befehlen Folge leistet, dann können alle Herrscher buchstäblich „weg-ignoriert“ werden. Wenn niemand Hitler ernst genommen und ihn jeder nur ausgelacht hätte, dann hätte er seine politischen Ambitionen ganz schnell an den Nagel gehängt. Würde jeder Politiker und Bürokrat so behandelt werden, dann gäbe es schon ab morgen keine Herrschaft mehr. Sie könnten Gesetze beschließen und Befehle vergeben, wie sie wollen, aber wenn sich niemand daranhält, dann würden sie in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Betrachten wir den Papst. Der Papst hat nur Autorität, wenn Du an ihn glaubst. Wenn Du nicht katholisch bist, dann ist der Papst nur eine weitere x-beliebige Person, die so tut, als hätte sie Sonderrechte und spezielle Macht, die niemand anderes hat. Genauso sieht man Politiker, wenn man nicht mehr an deren Herrschaftsanspruch glaubt.“

Menschen, die für sich allein denken, anstatt blind gehorsam gegenüber einer Autorität zu sein, sind die größten Feinde von jeder Person, die andere Menschen beherrschen und unterdrücken will.

Die Türken wollen einen Diktator? Gut, dann bekommen sie einen Diktator. Und dieser Herrscher mag es ganz und gar nicht, wenn jemand seine Macht anzweifelt oder ihm sich jemand in den Weg stellt.


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