Schulsystem: Marktwirtschaftliche Vielfalt vs. Staatliches Einheitssystem

Das staatliche Schulsystem

Wir haben ein faktisch monopolistisches Schulsystem in Deutschland. Das heißt, unser Schulsystem ist ein Einheitssystem.

Ja, es gibt zwar zum Teil Privatschulen oder Montessorie-Schulen, die eine gewissen Unabhängigkeit besitzen, aber am Ende des Tages müssen sie sich auch an die Vorgaben von den Bildungsministerien halten. Und die Eltern, die ihre Kinder auf eine nicht-staatliche Schule schicken, werden natürlich gezwungen doppelt zu bezahlen: Zum einen durch ihre Steuern für das staatliche Schulsystem, obwohl sie ihre Kinder dort gar nicht hinschicken, und zum anderen für die Privatschule.

Nicht-staatliche Schulen werden in Deutschland also nach wie vor drastisch belastet und benachteiligt, weshalb fast jedes Kind in Deutschland auf eine staatliche Schule geht, weil sich viele Eltern einfach fragen: Warum sollte ich extra bezahlen, um mein Kind auf eine Privatschule zu schicken, wenn ich die staatliche Schule „kostenlos“, d.h. finanziert durch den Zwang des Steuersystems, bekommen kann.

Staatliche Schulen sind typischerweise Einheitsschulen, d.h. sie müssen alles umsetzen, was ihnen von oben herab vorgegeben wird: Wenn der Lehrplan geändert wird oder wenn ein neues Schulfach eingeführt wird oder wenn der Schulalltag anders geregelt werden muss. Die Schulen sind schlussendlich nur der verlängerte Arm der Bildungsministerien.

Jetzt gibt es hin und wieder Leute, die Veränderungen vorschlagen, z.B. Noten abzuschaffen. Andere wiederum sagen, dass man Noten beibehalten muss, weil die Kinder ansonsten nichts lernen. Jetzt kann sich nur eine Gruppe durchsetzen: Entweder es gibt Noten oder es gibt halt keine Noten.

Ein marktwirtschaftliches Schulsystem

In einem Schulsystem mit Wettbewerb und Auswahl könnte man das ganz einfach lösen: Man könnte eine Schule mit Noten und eine Schule ohne Noten haben. Dann könnten die Eltern sich freiwillig entscheiden, wo sie ihre Kinder hinschicken, und dann würde sich ganz schnell zeigen, welches Schulsystem besser funktioniert und welche Ergebnisse die Kinder erzielen. Wettbewerb und Auswahl würden also zeigen, was die sinnvollere Lösung ist.

Man hätte zudem den Vorteil, dass man keine Einheitslösungen braucht. Während es z.B. für ein Kind sinnvoll sein kann, Noten abzuschaffen und das Kind trotzdem viel lernt, braucht ein anderes Kind vielleicht das Feedback, das regelmäßige Noten und Tests erzeugen. Oder, manche Kinder profitieren von Frontalunterricht, andere könnten durch selbstständige Arbeit besser lernen. Manche Kinder haben eher ein fotographisches Gedächtnis und können sich deshalb neue Informationen besser einprägen, wenn sie sie grafisch dargestellt sehen. Andere lernen besser, wenn sie sich in Ruhe einen Text zu einem Thema durchlesen. Andere lernen wiederum besser, wenn ihnen ein neues Thema ausführlich erklärt wird.

Nicht jeder Mensch lernt gleich und deswegen ist es absurd, Einheitsschulen zu haben, die alle nach dem gleichen Muster funktionieren und überhaupt keinerlei Acht auf individuelle Kinder nehmen.  

Die marktwirtschaftliche Vielfalt gibt jedem Kind hingegen die Möglichkeit, genau so eine Schule zu wählen, wie sie es brauchen.

Manche Schulen könnten z.B. einen stärkeren Fokus auf Fremdsprachen wie Englisch legen, während andere Schulen weniger Fokus auf Englisch legen und stattdessen andere Fähigkeiten in den Vordergrund stellen. Oder eine Schule hätte Fächer wie Kunst oder Musik und eine Schule würde mehr auf zukunftsweisendes Wissen wie z.B. Computerverständnis oder Wissenschaft setzen.

Nehmen wir mal folgenden Vergleich. Man stelle sich vor, alle Zeitschriften wären staatlich, ebenso wie alle Zeitschriftenläden und -Händler. Es gibt deshalb nur noch eine einzige Zeitung – die „Einheitszeitschrift“ – die vom Zeitschriftenministerium veröffentlicht wird und über deren Inhalt demokratisch abgestimmt wird. Man kann also wählen, was die Themen der Zeitschrift seien sollen.

Das Ergebnis dieser Wahl könnte folgendermaßen lauten: 55% stimmten für eine Zeitschrift mit politischem Inhalt, 20% wählten für die neusten Nachrichten aus der Technikwelt, 20% wählten für Comics und die restlichen 5% wählten sonstige Themen. Die Politikinteressierten haben gewonnen.

Wenn man jetzt Comics lesen will, dann hat man Pech gehabt. Das einzige, was man machen könnte, wäre, dass man versucht, seine Mitmenschen zu überreden, für Comics zu stimmen.

Dadurch entsteht ein Konflikt, weil die Mehrheit der Minderheit ihren Willen aufzwingt. Man könnte frustriert sein, weil man keine Zeitung mit den Themen bekommt, die man wollte. Und so steigt auch die Spannung in der Gesellschaft, weil die Minderheit wütend ist, dass die Mehrheit nicht so stimmt, wie es die Minderheit möchte.

Das ist das Problem von Einheitslösungen, auch wenn diese demokratisch sind.

Im Gegensatz dazu führt marktwirtschaftlicher Wettbewerb zu folgendem Resultat: Man hat hunderte (vielleicht sogar tausende in einem großen Kiosk) Zeitungen, von denen man auswählen kann. Manche handeln von Politik, manche von Comics, manche von Technik, und so weiter. Jeder kann sich exakt das kaufen, was einen interessiert. Es gibt keine Demokratie, wo abstimmt wird und wo Konflikte entstehen könnten, sondern jeder bekommt exakt seinen Willen, ohne einen Nachteil für andere.

Du hast kein Bock auf Comics? Du musst dir keine kaufen. Dich interessieren eher die neusten Erkenntnisse aus der Wissenschaft? Dann kannst Du Dir genau so eine Zeitschrift nehmen.

Das ist genauso wie der Smartphone-Markt: Wir müssen nicht diskutieren, was das beste Smartphone ist, sondern jeder kauft sich genau das, was am besten zu einem passt: Der eine braucht vielleicht eine gute Kamera, um gute Bilder zu machen, während eine andere Person mehr Wert auf einen großen Akku legt, der für viele Tage hält. Und wiederum eine andere Person braucht diesen ganzen Schnick-Schnack nicht, sondern sie möchte einfach nur ein preiswertes Handy, um ihr Geld für andere Dinge auszugeben.

Es gibt keinen Konflikt. Es gibt keine Diskussion. Jeder kann die Auswahl so nutzen, um das richtige für sich zu finden. Es gibt keinen Smartphone-Minister, der allen anderen seine Einheitslösung von oben herab aufzwingt, und wie im Schulsystem die Steuerzahler zwingt, dafür zu bezahlen, egal wie gut oder schlecht die Menschen das Schulsystem finden.

Genau so wie der Smartphone-Markt oder die Vielfalt der Zeitschriften wäre ein marktwirtschaftliches Schulsystem, dass auf Vielfalt anstatt Einheitslösungen basiert.

Anstatt zu diskutieren, ob Noten sinnvoll sind oder nicht, oder ob es Alternativen zum Frontalunterricht gibt, oder ob es wirklich wichtig ist, das Schulfach „Kunst“ zu haben oder ob man nicht lieber den Kinder mehr über den Umgang mit Computern beibringen sollte, oder ob Hausaufgaben wirklich ihren Zweck erfüllen oder ob Kinder lieber ihren Nachmittag freihaben sollten: Alles das braucht man nicht diskutieren, sondern man kann es ausprobieren.

Vielfalt und Wettbewerb, sind die einzigen Möglichkeit, um herauszufinden, was wirklich funktioniert.

Wenn man ein Monopol hat, kann man nicht wissen, ob es gute Ergebnisse für den Preis liefert, weil man keinen Vergleich hat. Ist unser Schulsystem hochgradig überteuert für die Leistung, die es liefert? Das kann man nicht wissen, weil es keine Alternativen gibt, mit denen man das Schulsystem messen kann, weil es ein Einheitssystem ist. Man kann maximal noch internationale Vergleiche anstellen, und da sehen wir, dass das deutsche Schulsystem ziemlich schlecht abschneidet.

Das Fazit ist: Nicht irgendwelche Bürokraten, die in irgendwelchen Ministerien sitzen, sollten das Schulsystem von oben herab den Menschen vorschreiben, sondern wir brauchen Wettbewerb und verschiedene Menschen, die verschiedene Bildungssysteme umsetzen. Die Eltern entscheiden dann wiederum, wo sie ihre Kinder hinschicken und welches Modell zu ihren individuellen Kindern passt. Und über den Wettbewerb würde sich herausstellen, was tendenziell die besten Ergebnisse liefert.

Das ist der Unterschied, zwischen marktwirtschaftlicher Vielfalt und staatlichen Einheitslösungen.


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