Waren Hitler und die Nazis Kapitalisten und ist der Faschismus eine Form des Kapitalismus?

 

Viele Menschen sind der Meinung, der Nationalsozialismus war irgendeine Form des Kapitalismus, selbst obwohl es National-Sozialismus heißt. Man würde also vermuten, es wäre eine Verbindung von der Ideologie des Nationalismus und der Ideologie des Sozialismus, doch trotzdem assoziieren manche Menschen den Nationalsozialismus mit Kapitalismus. Dies impliziert auch das politische Spektrum, das Sozialismus auf die linke Seite und Faschismus auf die rechte Seite als Pole oder Gegensätze definiert. Doch stimmt das? Ist Nationalsozialismus bzw. Faschismus das Gegenteil von Sozialismus? Wie sah das Wirtschaftssystem der Nazis wirklich aus?

Das Stichwort ist „Kriegswirtschaft“.

Die Unternehmen waren zwar auf dem Papier in privatem Eigentum, aber in Realität hatten die Unternehmer keinerlei freies Verwendungsrecht darüber. Die gesamte Wirtschaft wurde durch die Machtergreifung und die Gleichschaltung trotz des Anscheins des Beibehaltens von Privateigentum faktisch verstaatlicht und damit durch das Reichswirtschaftsministerium kontrolliert und geplant. Die Nazis taten so, als würden sie Privateigentum beibehalten und respektieren, wenn sie in Realität durch immer mehr staatliche Vorgaben und Befehle die Macht über alle Unternehmen ergriffen. Das alles hatte natürlich einen wichtigen Grund: Der geplante Krieg sollte vorbereitet werden. Deutschland sollte sich durch seine Militärmacht definieren.

 

„Ich muss zugeben, dass ich denke, dass die meisten deutschen Unternehmer Nationalsozialismus genauso wie Kommunismus in 1932 gefürchtet haben…meine Unternehmerfreunde waren sich sicher, dass die „weißen Juden“ (d.h. arische Geschäftsleute) nach den Juden enteignet werden…Diese Nazis denken an nichts anderes außer „den Wohlstand zu verteilen“…Manche Unternehmen haben auch angefangen die Lehren des Marxismus zu lesen, sodass sie das aktuelle Wirtschaftssystem besser verstehen können“ – Günter Reimann, 1939

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: Günter Reimann, The Vampire Economy: Doing Business Under Fascism, Mises Institute (2014) p. 6. Letter from German businessman, first published in 1939.

 

Die Unternehmen konnten nicht frei produzieren, Ressourcen kaufen und verwalten, Menschen einstellen, Löhne verhandeln und sonst etwas. Die Regierung gab vor, was produziert wird, wie es produziert wird, zu welchen Preisen es produziert wird, welche Löhne bezahlt werden müssen, wie viele Arbeiter man zu nutzen hat und an wen die Endprodukte verkauft werden können. Die Funktion des freien Unternehmers wurde vollkommen abgeschafft. Ein Unternehmensführer im Dritten Reich war vergleichbar mit einem Bürokraten, der auf Anweisungen von der Behörde wartet und entsprechend handelt. Nein, er war nicht nur vergleichbar mit einem Bürokraten, er war faktisch ein Bürokrat, weil alles de facto verstaatlicht und staatlich kontrolliert wurde. Klar, auf dem Papier war der Unternehmensführer noch alleiniger Eigentümer seines unabhängigen Unternehmens, aber in Wirklichkeit war er nur noch eine leere Hülle, die machen musste, was ihm befohlen wurde. Man muss das Eigentum der Menschen nicht verstaatlichen, wenn man ihnen unbemerkt die Kontrolle darüber nehmen kann.

 

„Das Dritte Reich löste das Zeitalter des Liberalismus ab“ – Joseph Goebbels

Quelle: Anselm Doering-Manteuffel: Die deutsche Geschichte in den Zeitbögen des 20. Jahrhunderts. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 3/2014, S. 332.

 

Die Unternehmer waren genauso wie die Arbeiter keine freien Menschen mehr, sondern lediglich Befehlsempfänger vom Staat, die keinerlei freien Entscheidungen hatten, sondern einfach das machen mussten, was ihnen befohlen wurde. Man konnte nicht einfach produzieren, weil alle wichtigen Rohstoffe (besonders Erdöl, Eisen, Stahl, Kohle, Lebensmittel und so weiter) staatlich rationiert wurden, um der Kriegsmaschinerie zu dienen. Es kam zu einem Meer an Preiskontrollen, Quotensystemen, Import- und Exportbeschränkungen, die den Außenhandel immer weiter zerstörten, und unzähliger weiterer Regulierung und Bürokratisierung. Es gab kein freies Handeln. Schlussendlich gab es also keinen Markt.

 

„Ein verrottetes Wirtschaftssystem zu behalten hat nichts mit Nationalismus, die Bekenntnis zum Vaterland, zu tun. Ich kann Deutschland lieben und Kapitalismus hassen“ – Joseph Goebbels

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: „Those Damn Nazis“ von Joseph Goebbels, 1932.

„Das ist schlussendlich genau der Grund, warum wir uns Nationalsozialisten nennen! Wir wollen damit anfangen, Sozialismus in unserer Nation und unter unserem Volk einsetzen! Internationaler Sozialismus kann nicht eingeführt werden, bevor die individuellen Nationen nicht sozialistisch wurden.“ – Adolf Hitler

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: Otto Wagener in Hitler Memoirs of a Confidant, editor, Henry Ashby Turner, Jr., Yale University Press (1985) p. 288

 

Aufgrund der Rüstungsindustrie wurden des Weiteren auch massive Subventionen verteilt, Rohstoffe rationalisiert und entsprechend anderen Industrien vorenthalten, Sonderrechte vergeben, Klientelwirtschaft betrieben etc. Zivile Fabriken wurden verstaatlicht oder gezwungen für die Kriegsmaschinerie zu produzieren. Alle Produktion kontrollierte das Reichswirtschaftsministerium von oben herab.

 

„Ich habe mich demgegenüber seit zwei Jahrzehnten bemüht, mit einem Minimum an Eingriffen und ohne jede Zerstörung unserer Produktion zu einer neuen sozialistischen Ordnung in Deutschland zu kommen“ – Adolf Hitler, 22.06.1941

„Es existiert kein Gesetz, das den Staat bindet. Der Staat kann das machen, was notwendig ist, weil es die Autorität hat…Die nächste Stufe der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik besteht darin, die kapitalistischen Gesetze durch Staatsprogramme auszutauschen“ – Fritz Nonnenbruch, scheint nicht zu verstehen, dass man ökonomische Naturgesetze nicht wegwünschen kann

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: Die Dynamische Wirtschaft (Munich, Centralverlag der N.S.D.A.P., 1936), pp. 114-119, financial editor of the Nazi Party Voelkischer Beobachter, in The Vampire Economy: Doing Business Under Fascism, Günter Reimann , Auburn: Alabama, Mises Institute (2014) first published in 1939, p. 13

 

Damit man von Kapitalismus reden kann, müssen die Unternehmen in freier Hand sein, wodurch Unternehmer sich in einem freien Wettbewerb um die Gunst der Kunden bemühen müssen. Es braucht geschütztes Privateigentum, unabhängiges produzieren, freien Handel, freies Vertragsrecht und freies wirtschaften, damit man von Marktwirtschaft reden kann. Dazu müssen die Produktionsmittel aber genauso auch die Entscheidungsgewalt über diese Produktionsmittel in privater Hand liegen. Es ist unsinnig, wenn man Eigentum besitzt, aber trotzdem nicht darüber entscheiden darf. Wenn andere Menschen über das eigene Eigentum bestimmen können, ohne dass man sich anders entscheiden darf, dann besitzt man das Eigentum de facto nicht, unabhängig davon, was auf dem Papier steht.

 

„Wir sind Sozialisten, Erzfeinde des aktuellen kapitalistischen Systems […] und wir haben uns zum Ziel gesetzt, dieses System unter allen Umständen abzuschaffen“ – Gregor Strasser, langjähriger Weggefährte von Hitler und hochrangiger NSDAP Politiker         

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: Gregor Strasser, “Thoughts about the Tasks of the Future,” June 15, 1926. One-page talking points memo sent to Nazi leaders.

„Nachdem wir unsere interne Spaltung gelöst haben, hat das nationalsozialistische Deutschland Schritt für Schritt seine Versklavung abgeworfen…Nichtsdestotrotz, die jüdisch-internationalen Kapitalisten haben erfolgreich mit sozial-reaktionären Klassen in westlichen Ländern die Demokratien dieser Welt gegen Deutschland aufgehetzt“ – Adolf Hitler, 1.1.1940

 

Die Nazis sahen den Kapitalismus als ein Produkt des Judentums, ganz besonders weil viele Finanzinstitute von Juden kontrolliert wurden, weil den Juden schon im Mittelalter unzählige Berufe verweigert wurden, außer Berufe, die direkt mit Geld zu tun hatten. Das führte dazu, dass Juden sich notgedrungen in Finanzsektor beschäftigt haben. Bis heute sehen Nazis den Kapitalismus als eine Erfindung dessen, was sie als „Finanzjudentum“ bezeichnen. Sie sahen Deutschland als vom jüdischen Kapitalismus bedroht, den sie nur durch den Nationalsozialismus verteidigen konnten.

 

„Als Sozialisten sehen wir uns als Gegner der Juden, denn wir sehen in den Hebräern die Verkörperung des Kapitalismus“ – Joseph Goebbels

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: „Those Damn Nazis“ von Joseph Goebbels, 1932.

 

Es macht schon Sinn, dass sich Hitler und seine Anhänger Nationalsozialisten nannten, denn sie verbanden Nationalismus, d.h. die extreme Fokussierung auf die eigene Nationalität, Rasse und Ethnie, mit Sozialismus, d.h. die zentralistische Herrschaft und Kontrolle über die gesamte Gesellschaft, die zentrale planwirtschaftliche Kontrolle über die Wirtschaft sowie die Abwesenheit von unabhängigen Eigentumsrechten, die der Staat nicht kontrolliert, sowie die Abwesenheit von Marktwirtschaft, Freiheit und Menschenrechten.

 

Goebbels schrieb in seinem Tagebuch in den 1920er Jahren, dass, wenn er gezwungen wäre, zwischen Kapitalismus und Bolschewismus zu wählen, dann würde er den Bolschewismus wählen anstatt unter der ewigen Sklaverei des Kapitalismus zu leben.

Quelle: Anthony, The Devil’s Disciples: Hitler’s Inner Circle, 1st American ed. New York, New York: W. W. Norton & Company, 2004. p. 142

„Es war in Nazi Deutschland, wo Bolschewismus perfektioniert wurde; politische Macht umschlang alle Sphären der Existenz, von der Wirtschaft bis zur Religion, von der Technologie bis zur Seele. Die Ironie, die Tragödie, der Geschichte ist es, dass beide totalitären Regime, die in ihrem Streben nach absoluter Macht über entmenschlichte Wesen identisch sind, sich selber als den Schutz voreinander darstellen.“ – François Furet

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: The Passing of an Illusion, The Idea of Communism in the Twentieth Century, University of Chicago Press (1999) pp. 205-06

 

Faschismus ist ebenso wie Sozialismus diametral gegen individuelle Menschenrechte gerichtet, wobei „individuelle Menschenrechte“ doppelt gemoppelt ist, da Menschenrechte immer individuell sind. Nur Individuen haben Rechte, keine Gruppen. Gruppen können lediglich die Rechte haben, die sie als Ansammlung von Individuen haben, nicht mehr und nicht weniger. Aus freiheitlicher Sicht hat ein Mensch Menschenrechte, weil jeder Mensch sich selber gehört.

 

„Nationalsozialismus ist der Entschluss einen neuen Menschen zu erzeugen. Es wird kein individueller willkürlicher Wille mehr existieren, genauso wenig wie das Individuum sich selber gehört. Die Zeit, in der Glück eine private Sache war, ist vorbei“ – Adolf Hitler

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: Joachim C. Fest (1974), Hitler. New York: Harcourt Brace Jovanovich, p. 533.

 

Die Gewaltherrschaft von dem sozialistischen Diktator Stalin unterschied sich beispielsweise nur in Nuancen von der der Nazis. Beide waren Diktatoren, beide ermordeten und verfolgten politische Gegner, in beiden Fällen wurde die gesamte Wirtschaft zentral vom Staat, d.h. schlussendlich von Hitler bzw. Stalin persönlich, gelenkt, in beiden Fällen gab es keinerlei freiheitliche Marktwirtschaft, unabhängige Eigentumsrechte und Menschenrechte und beide basierten auf ein hohes Maß an zentralisierter Herrschaft und ein geringes Maß an Selbstverwaltung und Freiheit der Menschen, beide betrieben Konzentrations- und Vernichtungslager und beide nutzten Terror, um ihre Herrschaft zu sichern.

 

„Die Grundsätze des deutschen Sozialismus sind eindeutig, unser Weg ist klar.

Wir sind gegen die politische Bourgeoisie und für echten Nationalismus!

Wir sind gegen Marxismus, aber für echten Sozialismus!

Wir sind für den ersten deutschen Nationalstaat mit sozialistischer Prägung!

Wir sind die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei!“ – Joseph Goebbels

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: „Those Damn Nazis“ von Joseph Goebbels, 1932.

„Wir nennen uns Arbeiterpartei, weil wir die Arbeit von den Fesseln des Kapitalismus und Marxismus befreien wollen.“ – Joseph Goebbels, will die Arbeiter lieber persönlich versklaven

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: „Those Damn Nazis“ von Joseph Goebbels, 1932.

„Wenn du dein Land liebst, bist du ein Nationalist, und wenn du dein Volk liebst, bist du ein Sozialist“ – Sir Oswald Mosley, Gründer der „British Union of Fascists“, scheint „lieben“ und „hassen“ oft zu verwechseln

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: Michael Mann, Fascists, New York: NY, Cambridge University Press (2006) p. 7.

 

Sowohl Nazis als auch Sozialisten sehen Individuen als Mittel zum Zweck. Als reine Schachfiguren, die es nach dem Belieben der Herrscher zu verschieben gilt, ohne jegliche Rücksicht auf das Selbstbestimmungsrecht der Individuen. Nationalsozialismus ist genauso wie Sozialismus eine kollektivistische, im Gegensatz zu einer individualistischen, Ideologie. Alle kollektivistischen Ideologien sind diametral widersprüchlich zu den Ideen der individuellen Freiheit, wonach jeder Mensch frei leben kann, wie er leben will, solange er niemandem schadet. Dieses Selbstbestimmungsrecht, dass sich aus dem Selbsteigentum jedes Menschen ergibt, wonach jeder Mensch ausschließlich sich selber gehört und nicht das Eigentum einer anderen Person sein kann, wird durch jede kollektivistische Ideologie zerstört. Sie geben dem Staat und damit den Herrschern im Staat alle Macht, um ohne Rücksicht auf das Selbstbestimmungsrecht über den Rest der Mensch wie ein Bauer über seine Kühe zu entscheiden. Entsprechend zentralisiert man extrem viel Macht im Staat, wodurch man logischerweise extrem viel Macht zu denen gibt, die wiederum den Staat kontrollieren. Dass diese Macht unglaublich korrumpierend, besonders für psychopathische Menschen wie Hitler, Mao oder Stalin, ist, ist lange bekannt. Laut Joseph Rummel sind im 20. Jahrhundert so über 200 Millionen Menschen von ihren eigenen Regierungen ermordet worden. Kriege werden dazu noch nicht mal mitgezählt. Aber wenn man 200 Millionen Morde mit der Anzahl an geschätzten Todesfällen aller Kriege, einschließlich beider Weltkriege, im 20. Jahrhundert vergleicht, dann wird man sehen, dass die Anzahl der von ihren Regierungen ermordeten Menschen alles in den Schatten stellen. Die größten Massenmörder waren das kommunistische China unter Mao, die kommunistische Sowjetunion unter Stalin und das nationalsozialistische Deutschland unter Hitler.

 

„Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut“ – Lord Acton

 

Die Nazis lehnten den Marxismus und Bolschewismus, d.h. die russischen Ströme des Sozialismus, zwar ab, aber sie wollten eine deutsche Version eines nationalistischen Sozialismus. Während Bolschewisten und Marxisten die Gesellschaft in Arbeiter und Unternehmer teilen, teilen die Nationalsozialisten die Gesellschaft in Arier und nicht-Arier. Zu den nicht-Ariern zählten bekanntlich Juden, Schwarze, Osteuropäer und so weiter. Diese Teilung der Gesellschaft in „gute“ und „schlechte“ Menschen mach es einfach, Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen und somit die Herrschaft über diese Gesellschaft zu erlangen. Teile und Herrsche war schon eine erfolgreiche Strategie zur Zeiten Julius Cesars.

Sozialismus und Faschismus sind keine Gegensätze, wie das politische Spektrum suggerieren würde. Würde man das politische Spektrum rational aufbauen, dann müsste man die Pole mit den einzig relevanten Gegensätzen definieren, nämlich „Die Menge an Freiheit“ und „Die Menge an Herrschaft“ bzw. freiheitlich und autoritär. Dann wären die Pole auch wirkliche Gegensätze. In so einem politischen Spektrum könnte man alle politischen Theorien, Weltanschauungen und Parteien rational unterbringen.

 

„Ich bin Sozialist, weil es mir unverständlich erscheint, eine Maschine mit Sorgfalt zu pflegen und zu behandeln, aber den edelsten Vertreter der Arbeit, den Menschen selbst, verkommen zu lassen.“ – Adolf Hitler

 

„Für Hitler war das größte Verbrechen am Marxismus seine Internationalität. Um zu verhindern, dass Marxisten die Arbeiterklasse nutzen, um die Nation zu zerstören, integrierte man die Klasse in eine Nation, indem man die Massen nationalisiert. Der nationalsozialistische Staat wird deshalb keine Klassen haben, weil alle in einem nationalen Verband vereint werden“ – Mark Neocleous

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: Fascism, University of Minnesota Press (1997) p. 40

 

Eine Entgegnung hört man sehr oft: „Aber Hitler hat Sozialdemokraten und Kommunisten verfolgt. Warum hätte er das tun sollen?“ Ganz einfach, weil das Konkurrenten in Kampf nach Macht waren. Ihm ging es nicht darum, dass er viele ähnliche Ansichten mit seinen Gegnern teilte. Ihm ging es einzig und allein um Macht! Er hat auch Menschen ermorden lassen, die vollkommen seiner Meinung waren und alle nationalsozialistischen Ansichten teilten, aber die eine Gefahr für seine Machtansprüche darstellten, so beispielsweise die SA beim Röhm-Putsch. Ihm ging es nicht um Weltanschauungen und Ideologien, sondern einzig und allein um Macht.

 

„Lenin war der großartigste Mann, direkt hinter Hitler, und der Unterschied zwischen Kommunismus und dem Hitler-Glaube ist sehr gering“ – Joseph Goebbels, 27.11.1925

Übersetzt aus dem Englischen. Quelle: The New York Times, “Hitlerite Riot in Berlin: Beer Glasses Fly When Speaker Compares Hitler to Lenin,” November 28, 1925, Goebbels‘ speech Nov. 27, 1925

 

Schlussendlich basieren alle diese Ideologie, ob Faschismus, Sozialismus, Kommunismus oder jede andere tyrannische Ideologie der Menschheitsgeschichte auf exakt zwei symbiotische Grundlagen, die einander bedingen und nicht ohne einander existieren können: Herrschaft und Gehorsamkeit.

Herrschaft kann nicht existieren ohne Gehorsamkeit, denn es kann nur jemand herrschen, wenn jemand die Befehle entgegennimmt und umsetzt. Herrschaft kann niemals langfristig funktionieren, wenn die Beherrschten nicht die Autorität anerkennen. Es gab noch nie Herrschaftsformen, auch keine brutalen Diktaturen, die ohne die Zustimmung großer Teile der Gesellschaft langfristig existierten. Jedes Regime, ob Stalin, Hitler oder Mao, hatte eine große Menge von aktiven Unterstützern und eine noch größere Menge von passiven Mitläufern in der Bevölkerung, ohne die das Regime schnell zusammengebrochen wäre.

Ich habe keine Angst vor einem Hitler. Ich habe Angst vor Millionen von Mitläufern, die den Befehlen einer Person wie Hitler folgen, weil sie irgendeine „legitime“ Herrschaftsfigur in ihm sehen. Dieser Glaube an Herrschaft und Autorität ist viel gefährlicher als es einzelne Psychopathen jemals sein könnten.

Nicht die Maos, Stalins oder Hitlers dieser Welt sind das Problem, sondern das Problem ist der Glaube der Menschen an Herrschaft, welcher diese Mörder erst dazu befähigt hat, zu machen, was sie machen wollten. Es gibt nun mal schlechte Menschen und es wird immer schlechte Menschen geben. Doch das Schlimmste ist, für sie Machtpositionen in einem Gewaltmonopol zu schaffen, an dessen Legitimität Menschen glauben. Das Problem ist nicht so sehr, wer auf dem Thron sitzt, sondern dass es einen Thron gibt, vor dem sich Menschen verneigen. Ein wahnsinniger Hitler allein hätte kaum einen nennenswerten Schaden verursachen können. Doch weil Millionen von Menschen seine angebliche Autorität akzeptierten, konnte er zu einem der größten Massenmörder der Geschichte werden. Schlechte Menschen sind nicht das Problem. Das Problem ist, dass es viele gute Menschen gibt, die an die Legitimität von Autorität glauben. Um die Welt zu verbessern, muss man die Menschen dazu bringen, diesen Glauben ernsthaft zu hinterfragen.


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  • Mordred

    „Damit man von Kapitalismus reden kann, müssen die Unternehmen in freier
    Hand sein, wodurch Unternehmer sich in einem freien Wettbewerb um die
    Gunst der Kunden bemühen müssen. Es braucht geschütztes Privateigentum,
    unabhängiges produzieren, freien Handel, freies Vertragsrecht und freies
    wirtschaften, damit man von Marktwirtschaft reden kann. Dazu müssen die
    Produktionsmittel aber genauso auch die Entscheidungsgewalt über diese
    Produktionsmittel in privater Hand liegen.“
    das soll kapitalismus sein? wo sind denn die begriffe akkumulation, wachstum, technologisierung und kapital vs. arbeit geblieben? weil das was du aufzählst hatte man doch teilweise schon in der antike.

    • Herb Green

      Versuchs mal mit Steinzeit – der Kapitalismus ist so alt wie die Produktion von Tauschbaren. Zu deinen Begriffvorschlägen – die ersten sind Synonyme, dann kommt eine Hohlphrase, gefolgt von eine Gegenübersetzung die es nur bei marxscher Anlehnung gibt. Was soll das alles mit eine Kapitalismus-Definition zu tun haben?! Kapitalismus ist als Zustand die Handlungsfreiheit aus geschützten Eigentum heraus und die Möglichkeit des Individuum frei mit dritten Verträge über Tausch von Eigentum zu schließen. Und genau das hat Krüger umfasst beschrieben. Folglich bleibt der Kapitalismus selbst noch nach der Überwindung des Staates erhalten, den ohne funktioniert der Folgezustand der Anarchie nicht.

      • Mordred

        „Versuchs mal mit Steinzeit – der Kapitalismus ist so alt wie die Produktion von Tauschbaren. “
        lustiger unsinn :)