Wie der Kapitalismus funktioniert und woran er scheitern wird – WIDERLEGT

Zum Wochenende habe ich wieder eine Widerlegung für euch. Diese ist meiner Meinung nach sogar noch besser als die über Volker Pisper. Ich habe ein Video namens „Wie der Kapitalismus funktioniert und warum er scheitern wird“ auseinander genommen, analysiert und widerlegt.
Viel Spaß.
P.S.: Dieses Video hat wieder sehr viel Arbeit bereitet. Ich würde mich über jeden freuen, der es teilt :)


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  • Paul D

    Lieber Herr Krüger,

    Sie haben leider Marx‘ Arbeitswertlehre (AWT) nicht verstanden.
    Da sind Sie in guter Gesellschaft, auch viele Sozialisten und (angebliche) Marxisten verstehen sie nicht, zudem wird sie in dem Video auch nur schlecht bis gar nicht erklärt.

    Das Missverständnis beginnt damit, dass der Wert in der AWT nicht der Preis ist. Um es gleich vorwegzunehmen, gemäß der AWT wäre der Preis theoretisch im Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage gleich dem (Arbeits-) Wert.

    Darüber hinaus, unterscheidet die AWT zwischen Gebrauchswert (das ist das, was Sie vermutlich „subjektive Wertschätzung“ nennen) und Tauschwert, und zwischen individueller und gesellschaftlicher Arbeit. Nun ist es der Tauschwert, der durch die gesellschaftliche Arbeit bestimmt wird und der am Ende im Preis Ausdruck findet. Aber Gebrauchswert ist Vorraussetzung für Tauschwert!
    Mit gesellschaftlicher Arbeit ist im wesentlichen Lohnarbeit gemeint.

    Gemäß Marx, Kapital 1. Band irgendwo ganz vorne, ist „die Ware zunächst
    ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften
    menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt“.
    Somit ist ihre „Widerlegung“ irrelevant, weil Sie etwas widerlegen, was die AWT gar nicht behauptet.
    Ihr schiefes Haus befriedigt keine menschlichen Bedürfnisse, ist somit keine Ware und kann somit auch keinen Warenwert oder Tauschwert haben.
    Die „Entdeckung“ der AWT von Marx ist, dass es eben der Tauschert ist, der am Ende den Preis bestimmt, und nicht der Gebrauchswert. Der Marktpreis misst nicht die subjektive Wertschätzung der Konsumenten, sondern den Tauschwert, wobei Angebot und Nachfrage dazu führen, das der momentane Marktpreis entweder darüber oder darunter liegt. Oder anders gesagt, Angebot und Nachfrage führen dazu, dass der Marktpreis um den Tauschwert oszilliert.

    Dieses Oszillieren übt eine Signalfunktion auf den Produktionsprozess aus:
    Ist der Marktpreis nämlich darüber heißt das, dass durch den Verkauf des Produktes viel mehr Geld herein kommt, als in Arbeit investiert werden musste um es zu produzieren. Im umgekehrten Fall umgekehrt. Im ersten Fall wird das dazu führen, dass die Differenz zwischen Preis und Wert (also der investierten Arbeit) investiert wird um die Produktion auszuweiten (weil der Unternehmer oder seine Konkurrenten auf die Profite aus sind). In letzteren Fall wird weniger in den Produktionsprozess investiert, weil sonst ja Verluste entstehen.
    Beides führt dazu, dass über kurz oder lang (oder im „Marktgleichgewicht“) der Marktpreis gleich dem Arbeitswert (oder Tauschwert) ist. (weil bei Ausweitung der Produktion das Angebot die Nachfrage wieder einholt und umgekehrt).
    Deshalb ist es gerechtfertigt zu sagen „Arbeit schafft den Wert“.
    ABER:
    Mit Wert ist der Tauschwert einer Ware gemeint, und nicht alles ist Ware! Und nicht alles, was einen Gebrauchswert hat, hat auch einen Tauschwert. Aber alles, was einen Tauschwert hat, muss auch einen Gebrauchswert haben. Gebrauchswert ist die Vorraussetzung für Tauschwert. ABER, Geld misst nicht den Gebrauchswert. Das ist der große Fehler der Österreichischen Schule, von Menger Böhm Bawerk und co und von der „Mainstream Ökonomie“ (die nur eine „abgeschwächte Form der Österr. Schule ist, da sie auch auf dem Grenznutzen basiert).

    Nochmal zu Ihren Beispielen:
    „Tausende Stunden in der Garage hämmern“ erzeugt Gebrauchswert (nur wenn Sie etwas nützliches produzierten), und ist darüber hinaus auch keine gesellschaftliche Arbeit – niemand hat Sie im Vorhinein dafür bezahlt, etwas zu produzieren was dritte brauchen.

    Diese Unterscheidungen (private Arbeit, gesellschaftliche Arbeit, Gebrauchswert, Tauschwert…) stellen sich als Notwendig heraus, um den (kapitalistischen) Markt zu verstehen.
    Ein wesentlicher Punkt, den Marx anführt warum Angebot und Nachfrage NICHT ausreichen um Preise und Marktdynamiken zu verstehen ist folgender:
    Die subjektive Nutzenlehre versagt (ironischer Weise) völlig im Marktgleichgewicht, denn sind Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht, also gleich stark, heben sie sich gegenseitig auf! Wie erklärte sich dann der Preis? Angebot und Nachfrage erklären eben nur die ABWEICHUNG von etwas, aber nicht das worum es eigentlich geht an sich, nämlich den Wert.

    Wenn Sie schon die Physik bemühen, will ich dieses Beispiel korrigieren (bin Physiker…)
    Mit Vertretern der Österreichischen Schule zu diskutieren, ist wie als Physiker mit jemandem zu diskutieren, der aus der Tatsache dass ein Blatt Papier de facto langsamer zu Boden fällt als ein Hammer, schließt, dass unterschiedlich schwere Massen unterschiedlich stark von der Erde angezogen werden.
    Seit Newton wissen wir aber, dass die Gravitation auf alle Massen gleich wirkt, es ist der Luftwiderstand (Reibung), der unterschiedlich stark auf die Massen wirkt und eine unterschiedliche Geschwindigkeit hervorruft. Das änder aber nichts daran, das „unterschiedliche Massen gleich schnell fallen“, abstrakt ausgedrückt.

    Und so ähnlich ist es mit den Liberalen, der Arbeitswertlehre, den Preisen und Angebot und Nachfrage.

    In diesem Sinne kann ich ihnen nur ein paar Videos empfehlen, damit Sie Stoff habe zum „Widerlegen“ ;-)

    Preis, Wert und Arbeit komplett erklärt
    youtube.com/watch?v=UqOtQM8PCvA

    Herzliche Grüße
    Paul D

  • Paul D

    Lieber Herr Krüger,

    Wenig überraschend wissen Sie auch nicht was mit „Ausbeutung“ gemeint ist.
    Das hat nichts damit zu tun, dass Unternehmer parasitär wären und einfach aus purer Boshaftigkeit dem Arbeitnehmer etwas vorenthalten.

    Die Intention des Videos, über das Sie sich lustig machen ist, gewisse mikroökonomische Grundsätze zu vermitteln. Es ist keine Kunst, diese Aussagen zu verdrehen und ich anschließend darüber lustig zu machen.

    Das Missverständnis rührt unter anderem wieder daher, dass Sie Wert und Marktpreis verwechseln (die Zusammenhänge werden im Liberalismus ja auch nicht erklärt).
    Des weiteren schaffen sie als Supermarktverkäufer auch keinen Wert. Da sind sie ein reiner Kostenfaktor im Vertrieb der Ware.
    Gemäß der AWT sind die „Ausgebeuteten“ immer die selben, die aber auch den Wert schaffen. Wenn sie als Verkäufer 8€ die Stunde verdienen, aber Waren im Wert von 700€ verkauft haben, behauptet KEIN Sozialist, dass das Ausbeutung ist und in Wahrheit Sie die 700€ „verdient“ hätten.

    Die Ausbeutung findet in der Produktion der Waren statt, nicht im Verkauf. (deshalb kuckt der Liberalismus ja beim Produktionsprozess auch weg und will alles aus dem Tausch, also dem Markt heraus erklären. Das geht aber nicht, denn der Markt kommt erst NACH der Produktion. Nur wenn man die Produktion versteht, kann man auch den Markt verstehen).

    Und die Ausbeutung geschieht auch nicht bewusst aus Boshaftigkeit der Unternehmer, sondern ist eine mathematische Notwendigkeit, ein Zwang, der auf den Produktionsprozess einwirkt, und somit auf den Unternehmer und auf den Arbeiter.
    DIeser Zwang manifestiert sich in der MENGE and Waren, also am Produktionsoutput, die der Unternehmer auf den Markt bringen und verkaufen muss, damit sich die Produktion rechnet.

    Mikroökonmisch korrekt dargestellt erklärt sich die Ausbeutung so:
    Das Geld lassen wir erstmal weg, damit nicht wieder das Missverständnis Preis/Wert auftritt, wie in meiner ersten Antwort erklärt.
    Ausbeutung bedeutet, dass die menschliche Arbeitskraft im Produktionsprozess der Ware (und nicht zB im Verkauf!) mehr Wert produzieren muss, ALS SIE SELBST WERT IST! Wobei der Wert der Arbeitskraft wieder gemäß der AWT zu stande kommt. Die Arbeitskraft selbst ist nämlich auch eine Ware, die wieder einen Marktpreis hat der schwanken kann etc…
    Genau genommen bedeutet Ausbeutung gemäß der AWT, dass in einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft mehr Arbeitszeit in den Produktionsprozess hineingesteckt werden muss, als (durch die Konsumation von Waren) durch ihn verbraucht wird.
    Anders ausgedrückt: Im großen Durchschnitt müssen die Arbeiter mehr produzieren, als sie sich selbst leisten können.
    Ein Beispiel: Ein Bäcker stellt einen Bäckerlehrling an. Der Lohn für einen Tag Arbeit ist ein Stück Brot. Wenn der Bäckerlehrling jetzt mit seinem Stück Brot heimgeht macht das ganze (speziell für den Bäckermeister) keinen Sinn. Wenn der Lehrling aber so lange in der Arbeit bleibt, bis er 2 Stück Brot fertig hat, bleibt dem Bäckermeister 1 Stück über. Dieses eine Stück ist der Mehrwert. Der Lehrling verbraucht (wobei sich Verbrauchen nicht auf verspeisen bezieht, es reicht eine Ware der Zirkulation, also dem Markt zu enziehen) ein Stück Brot, hat aber 2 geschaffen.
    Das ist die mikroökonomische Grundlage von Profit und von Wirtschaftswachstum. In der Realität sind dem natürlich Komplexe Vorgänge überlagert, und nicht jede Arbeit schafft wert. Administration, Werbung, Beratung, Management, und und und alles das schafft keinen Wert, es zirkuliert und plant ihn nur! Diese Arbeit wird im Marx’schen Sinne auch nicht ausgebeutet. Ihre „Widerlegung“ mit dem Supermarkt geht da wieder ins Leere.

    Ausbeutung bedeutet auch nicht, dass es diesen Leuten zwangsläufig schlecht gehen muss.
    Kapitalusmuskritik bdeutet nicht, dass man will, das Arbeiter gefälligst den Mehrwert ausbezahlt bekommen sollen (so scheinen Sie dieses Video verstanden zu haben).
    Die Kapitalismuskritik fängt eigentlich erst „danach“ an. Vorher ist es eine moralische Diskussion und das ist uninteressant.

    Die wahre Kritik liegt in systemischen Verwerfungen:
    Überproduktion, Kreditblasen, chronische Arbeitslosigkeit und ein durch den Wettbewerb der Arbeitskräfte untereinander verursachtes Auseinanderdividieren der Gesellschaft („der Ausländer nimmt mir meinen Arbeitsplatz weg“…)

    Das systemische Problem hat seinen Ursprung im Mehrwert. Weil der Arbeiter ja weniger verdient, als er produziert, (Preisschwankungen im Lohn und der Konsumgüter mitteln sicher über kurz oder lang raus, siehe Erklärung unten) stellt sich die Frage, wer denn das den alles kaufen soll?

    Machen Sie ein Gedankenexperiment:
    Wie kommmt die Kaufkraft zustande? Die Kaufkraft ist die Summe aller Löhne die die Unternehmen ausschütten (also die Summe der Investitionen). Diese Investitionen müssen durch den Verkauf der Waren wieder hereingeholt werden.
    Selbst wenn also alle Menschen ihr gesamtes Geld ausgeben, gibt es keinen (gesamtgesellschaftlichen) Profit, also kein Wachstum! Das Geld haben sie ja von den Firmen! Da steht am Ende eine dicke 0!
    Das ganze funktioniert nur wie ein Schneeballsystem. Unternehmen nehmen neue Kredite auf, investieren in neue Löhne, und damit erst kann dann der zuvor produzierte Mehrwert im Markt durch den Verkauf erst realisiert werden.
    Immer neuer Profit entsteht also erst durch immer neue Kredite und so weiter…
    Wachsende Schulden sind also nicht zwangsläufig Misswirtschaft, sondern bilden die Grundlage des Wirstschaftsystems. Nurdurch konstante Ausweitung der Geldmenge kann der immerzu geschaffene Mehrwert realisiert werden usw…

    Da erkennt man schon die Tendenz zu Krisen, die dann „gelöst“ werden
    durch Entlassungen und Lohnsenkungen (es kann wieder mehr Mehrwert
    produziert werden).
    Das folgt alles rein LOGISCH aus diesen einfachen Überlegungen, da braucht man kein Fiat Geld bemühen etc…

    Zentralbanken sind nur der Versuch der Staaten, dieser Entwicklung einhalt zu gebieten! Weil die Geschäftsbanken durch den Wettbewerb untereinander sonst einx-faches an Krediten (also Geld) schöpfen würden. (Über den Leitzins sollen sie daran gehindert werden. In der Krise dreht sich das natürlich um. Es wird nichsts mehr investiert, die Wirstschaft droht zu kollabieren, also wird der Leitzins gesenkt um die Banken zu ermuntern wieder zu investieren. Denn ohne Ivestitionen keine Produktion, keine Löhne, Chaos…)

    Herzliche Grüße
    Paul D

  • Mehmed

    Charles, erkläre mir bitte eine Sache.
    Ich verstehe weshalb Politiker, Bürokraten, Banker usw. für die Soziale Marktwirtschaft sind.
    Unter dem Namen Kapitalismus, erzeugen Sie einen Korporatismus um davon zu profitieren.

    Nun haben wir einige große Unternehmer, die Dinge wie Grundeinkommen befürworten. Einen wenigstens.
    Und wie haben eine Menge Unternehmer, die sagen, das sie gerne etwas von ihrem Unternehmen abgegeben, also sozial handeln. Nun kenne ich aber überhaupt gar keinen erfolgreichen Libertären, jemand, der für eine echte freie Marktwirtschaft ist und auch erfolgreich ist, ein Unternehmen besitzt, dinge Macht, die die Menschen überzeugen. Weshalb sind die allermeisten Libertäre Leute aus der aufstrebenden Unterschicht – Mittelschicht sowie unterer Oberschicht denen es einfach nur darum geht, mehr vom Geld zu behalten.

    Wenn du mich fragst, welche Menschen genial sind (Und ich mag Harry Browne (The Great Libertarian Offer) und Dr. Ron Paul sehr) fallen mir da Leute wie Elon Musk ein, richtig genial. Bill Gates, vor allem, seit seiner Foundation mit Melinda (Projekte ab 2012), teilweise Steve Jobs, die Gründer von Transatomic oder Terrapower. Nur sind das keine Menschen die sich jetzt Libertär nennen. Wo sind die Libertären Leute, von denen die Menschheit profitiert? Durch Innovation, durch gute Produkte? Vielleicht weiß ich einfach zu wenig und du kannst mir mehrere Personen Weltweit nennen, am Besten auch Unternehmen.

    Ich persönlich finde die Theorie des Liberalismus (jetzt Libertärismus) ja genial und toll.
    Nur scheint es mir eine Theorie, die nicht umsetzbar ist. Der Sozialismus ist ja theoretisch auch total toll.
    Die Praxis sieht ganz anders aus.
    Klär mich auf.